Höhenvorbereitung im Sauerstoffzelt

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“Ich wollte schon immer einen
Rüssel wie Benjamin Blümchen”

- Simi

Training im Bett und schlafen im "Bierzelt"

Ein kleines Kuscheltier. Oder ein zweites Kissen. Vielleicht auch ab und zu mal ein paar Plüschhandschellen. Nicht zu vergessen die Wollsocken bei kalten Nächten. Ins Bett nimmt man überraschend viel mit. Jedes Schlafzimmer ist anders – und klingt auch anders. Es gibt die Schnarcher, die Schmatzer, die Quatscher. Die Furzer (Tom).


Zum Glück kriegt ja keiner mit, was im heimischen Schlafzimmer passiert. Naja, bei uns schon. Markus Göbel weiß ganz genau, was in unserem Schlafzimmer abgeht - und das nicht nur nachts. Der Diplom-Sportwissenschaftler hat sich auf Höhenvorbereitung und Höhentraining in den eigenen vier Wänden spezialisiert. Er hat speziell für unsere Reise einen Trainingsplan erstellt und uns das passende Equipment (Höhezeltsystem und Höhengenerator mit Atemmaske) geliefert. Kosten: 500 Euro für vier Wochen.

Weil wir eine Wohnung im ersten Stock haben und sonst nirgends Platz ist, hat sich eben unser Schlafzimmer in ein Höhentrainingszimmer verwandelt. Und weil dort der bessere Fernseher mit Netflix-Anschluss steht. Seither radeln wir mit einer Maske über dem Gesicht, die nicht nur unfassbare Geräusche beim Atmen verursacht, sondern vermutlich der Träger auch keinen Schönheitswettbewerb gewinnt. Aber hey, wer will das schon? Wir wollen fit werden. 


Und das, was Markus Göbel da für uns ausgetüftelt hat, funktioniert. Wir merken schon nach wenigen Tagen, dass wir fitter werden. Bilden wir uns zumindest ein. Ob's wirklich klappt, werden wir dann (hoffentlich) am Gipfel spüren.


Atemmaske auf dem Rad, Zelt im Bett

Damit ihr euch das besser vorstellen könnt: Die Atemmaske ist an einen Höhengenerator angeschlossen ist. Damit kann man Höhen bis auf knapp 7000 Metern exakt regulieren – und das bequem auf dem Bett. Theoretisch zumindest. Mal müssen wir auf dem Rad mit Maske schwitzen, mal atmen wir im Intervall. Die Höhenmeter können easy an dem Generator eingestellt und hochgeschraubt werden.


Was so spaßig klingt, hat aber einen ernsten Hintergrund. Denn Vorbereitung ist alles und Gesundheit das Allerwichtigste. Diese spezielle Höhenvorbereitung soll uns helfen, die Gefahr der Höhenkrankheit auf unserer Reise durch die südamerikanischen Anden zu minimieren. Stichwort: Akklimatisation. So schön das Allgäu oder die bayerischen Alpen auch sind – sie sind aber nicht mal 3000 Meter hoch. Und wir wollen auf die doppelte Höhe. 


Deshalb ist die Vorakklimatisation in simulierter Höhe die perfekte Vorbereitung für uns. Es gibt uns auf jeden Fall ein sicheres Gefühl. Und für Freunde und Familie genügend Stoff, um uns ein Leben lang mit diesen Bildern zu erpressen.


Neben der ultra-sexy Atemmaske haben wir auch ein mobiles Zeltsystem in unserem Bett. Ja, genau. Ein Zelt im Bett. Darin schlafen wir bis zur Abreise. Liebevoll auch das "Aquarium" genannt. Es ist so konzipiert, dass wir bis zur Brust reinschlüpfen können. Im Grunde stecken unsere Köpfe darin. Ein Schlauch, der an den Generator angeschlossen ist, pumpt Luft rein. Wir steigern uns von 2300 bis 5500 Höhenmeter. Und da wird die Luft sprichwörtlich dünn – und auch stickig. Es ist, als würde man in einem vollbesetzten Oktoberfestzelt übernachten. Nur ohne die Kopfschmerzen am nächsten Tag.


Aber überraschenderweise schläft es sich (noch) sehr gut. Man gewöhnt sich daran, dass neben Schnarch- und Furzgeräuschen auch noch ein Luftzug zu hören ist. Und dank des langen Schlauches kann der Höhengenerator drei Zimmer weiter abgestellt werden – denn der macht ziemlich Lärm. (Sorry lieber Erdgeschoss-Bewohner). 


Klingt romantisch, oder? 


© Simi Bronnhuber und Tom Fritzmeier

Training

Die Vorbereitung auf die Höhe ist freilich nur ein kleiner Teil unseres Trainings - und der einzige, den wir im Bett machen können. Ausdauer-Einheiten (Fahrrad, Laufen, Bergtouren) stehen ganz oben auf unserem Plan. Schließlich dauern die geplanten Touren bis zu 10 Stunden. Da die Berge bei uns nicht direkt ums Eck liegen, müssen wir aber auch kreativ werden. Zum Beispiel mit einer Endlosleiter, die's bei CELLO FIT in Launigen gibt. Ist genauso ätzend wie es klingt. Bringt aber wirklich was. In den vergangenen sechs Monaten gab's kaum einen Tag, an dem wir nicht trainiert haben. Wir hoffen, das zahlt sich aus.

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